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Sonntag, 3. Dezember 2017

Rezension ~ Splitter

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Splitter
Autor: Sebastian Fitzek
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Knaur
Ersterscheinung: Januar 2009
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426503727
ISBN-13: 978-3426503720
Genre: Psychothriller



Über den Autor

Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.


Inhaltsangabe/Klappentext

was wäre, wenn …

Was wäre, wenn wir die schlimmsten Ereignisse unseres Lebens für immer aus dem Gedächtnis löschen könnten?
Und was, wenn etwas dabei schiefginge?

»Sebastian Fitzek ist ein Meister des Wahns.«
Brigitte


Rezension/Meinung

Cover/Klappentext:
Das Cover selbst ist relativ neutral gehalten, der Klappentext irgendwie auch. Man könnte sagen, wie man sieht, sieht man nichts. Eine kleine Idee vom Inhalt bekommt man durch den Text hinten auf dem Buch, aber auch nur eine kleine. Ich muss zugeben, ich finde es irgendwie schon fast ein bisschen zu wenig an Informationen, aber trotzdem der Klappentext macht neugierig und ja, er passt zum Buch, aber wenn man sich so kurz fasst und nicht vollkommen vom Thema abweicht, dann ist es schwer, dieses zu verfehlen.

Inhalt/Idee:
Die Idee hinter dem Buch, ich muss zugeben, in einigen Punkten kennt man sie einfach schon aus anderen Psychothrillern, finde ich immer wieder gut. Also den bekannten Aspekt, dass plötzlich alle um einen rum oder auch nur Teile der Menschen, anders verhalten, als sonst. Einen nicht mehr zu kennen scheinen. Sich sogar andere Menschen als man selbst ausgeben. Ich muss gestehen, diesen Aspekt finde ich extrem interessant, immer wieder, weil man damit einfach genial spielen kann in einem Psychothriller und dies ihn extrem spannend macht. Denn wer liegt falsch, der Protagonist, der zu wissen scheint, wer er ist und wie die Realität aussehen müsste oder die anderen, die ihm vermitteln, dass er vollkommen falsch liegt.
Hier in diesem Buch ist es dann auch noch so, dass nicht alle Charaktere ihn nicht mehr zu erkennen scheinen, sondern nur manche. Nur manche Dinge anders sind, was mir als Aspekt so bisher in dieser Intensität noch nicht untergekommen ist. Daher mal auch etwas Neues in schon irgendwie Bekanntem.
Sehr spannend ist für mich auch die Idee dieser Klinik, die einem zu vergessen helfen soll. Wenn so etwas gehen würde, zu was würde es wohl führen!?

Aufbau und Schreibstil/ Umsetzung:
Ich finde, dass Fitzek diesen Roman wieder sehr gut umgesetzt hat. Vor allem auch, da Marc als Erzähler einfach schon Spannung hineinbringt, denn es stellt sich immer die Frage, ist das was er einem jetzt erzählt die Wahrheit oder glaub er nur, dass es sich um die Wahrheit handelt und es sind alles Ausgeburten in seinem Kopf. Dabei hat die Handlung einige sehr interessante Wendungen, die einem immer wieder an vielem Zweifeln lassen. Teilweise auch an Marcs geistiger Gesundheit. Daneben immer noch wieder Handlungsstränge rund um seinen Bruder Ben, die ich zunächst nicht ganz einsortieren konnte, die sich aber schnell in den Rest der Handlung einfügen.
Vor allem mag ich es aber auch, dass Fitzek Bezug auf seine anderen Bücher nimmt, bei einem Besuch auf einer Polizeistation sind alle in heller Aufregung, weil sie gerade gegen einen Täter aus einem seiner anderen Werke ermitteln und auch Professor Haberland, den man durchaus kennen kann, hat einen kleinen Gastauftritt.
Und das Ende, es hat mich doch noch überrascht, so etwas gefällt mir, ist es für mich doch bei Krimis und Thrillern oft nicht so ganz der Fall.
 
Charaktere:
Ich finde die Charaktere einfach sehr gelungen, sowohl Marc selbst, den ich irgendwie sehr mochte, auch wenn ich nicht wusste, ob er wirklich die Person ist, die er selbst glaubt zu sein oder eigentlich doch jemand vollkommen anderes, von dem er nur nicht mehr weiß, dass er es ist. Fitzek schafft es einfach sehr gut diesen Zwiespalt, auch in Marc selbst, der ziemlich verunsichert ist, extrem gut darzustellen.
Auch seinen Bruder Ben, der in die kriminelle Szene gerutscht ist, in der Psychatrie war und zudem noch hypersensibel ist, hat Fitzek sehr gut ausgerarbeitet. Für mich wirklich gelungen!

Fazit

Für mich ein wirklich gelungener Psychothriller, der sehr gekonnt damit spielt, dass man nicht wirklich einschätzen kann, was Wirklichkeit und was vielleicht eine Art Wahnsinn ist. Zudem mag ich es einfach sehr, dass bekannte Charaktere kleine Stippvisiten machen und man als Stammleser schon denkt 'hey, den kenne ich doch!'. Ich war vom Ende ein wenig überrascht und doch passte es, aber Sebastian Fitzek hat es geschafft, dass ich manches bis zu diesem Punkt nicht wusste. Das ist wirklich gekonnt und hat mir sehr gefallen.

Freitag, 1. Dezember 2017

Rezension ~ Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur
Autor: Bettina Belitz
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: cbt
Ersterscheinung: 22. Februar 2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570164179
ISBN-13: 978-3570164174
Empfohlenes Lesealter: Ab 14
Genre: Fantasy / Jugendbuch
Reihe: Diamantkrieger-Saga
Band: I


Über die Autorin

Bettina Belitz (*1973) wusste schon früh, wo die berufliche Reise hingehen würde: Weil sie, wie sie sagt, „in die Magie der Buchstaben“ verliebt war, kam nur ein Studium der Literatur- und Medienwissenschaft in Frage. Anschließend schlug sie die Journalistenlaufbahn ein, wurde Redakteurin bei „Die Rheinpfalz“. Nebenbei arbeitete sie frei für verschiedene Medien und schrieb – zur Entspannung – Fantasygeschichten, die sie auszugsweise in ihrem Blog veröffentlichte. Dort blieben sie nicht lange unentdeckt: Eine Literaturagentin wurde auf die Texte aufmerksam, und im Handumdrehen entstand das erste Buch („Splitterherz“), dem schnell weitere folgen sollten. Die gebürtige Heidelbergerin lebt mit ihrem Sohn in einem Dorf im Westerwald.


Inhaltsangabe/Klappentext

Erwache. Erkenne dich. Nutze deine Fähigkeiten.
Kämpfe!

Die 17-jährige Sara hat ihre Seele an die Hydra verkauft – jene düstere Unterwelt, für die sie als Meisterdiebin arbeitet und wertvollen Diamantschmuck aus den Villen der Reichen stiehlt. Was mit den Diamanten geschieht, interessiert Sara nicht – bis der mysteriöse Damir in den Katakomben der Unterwelt auftaucht. Die beinah magische Anziehungskraft zwischen den beiden weckt in Sara übermenschliche Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Die Fähigkeiten einer Diamantkriegerin. Ein gefährlicher Wandlungsprozess setzt ein, an dessen Ende Sara sich entscheiden muss, auf welcher Seite sie steht: auf der des Lichts oder des Schattens.


Rezension/Meinung

Cover/Klappentext:
Das Cover ist für mich einfach nur echt gelungen, da es mal etwas ganz anderes ist, ich die Farbgebung einfach klasse finde und auf den ersten Blick für mich klar ist, wenn ich dieses Cover sehr, dass es sich um etwas aus dem Bereich Fantasy handelt. Ist das Buch noch eingeschweißt und nur der hintere Klappentext zu sehen, erfährt man nicht so viel zu dem Buch, was aber vielleicht auch nicht so schlimm ist, denn auch der längere Klappentext ist zwar nicht verkehrt, hat mich aber durchaus etwas anderes erwarten lassen, was mit dem Buch dann auf mich zugekommen ist.

Inhalt/Idee:
Mit diesem Punkt habe ich ein wenig meine Probleme, da ich die Idee, soweit ich sie bisher in diesem ersten Band überhaupt richtig erkennen konnte, echt interessant finde. Sowohl, dass Sara Diamanten irgendwie spüren kann, auch wenn mir ehrlich gesagt in keiner Weise klar ist, wie und wodurch, als auch die allgemeinen 'magischen' Fähigkeiten, die sie oder auch Damir haben.
Trotzdem fehlt mir extrem viel. Ich hab auch am Ende dieses ersten Bandes noch so einiges nicht verstanden. Zum einen, in was für einer Welt man sich eigentlich befindet. Basiert das ganze auf unserer Welt und ist nur etwas heruntergekommener, denn so kam es mir beim Lesen ganz extrem vor, oder soll es sogar unsere Welt in heruntergekommen sein? Mir ist das leider so gar nicht klar geworden. Auch die ganzen Zusammenhänge zwischen LaLoba, Damir oder auch den Dingen, die Sara aus der Unterwelt kennt, blieben mir in manchen Teilen noch sehr schleierhaft.
Die Grundzüge der Idee hinter der Geschichte finde ich daher zwar wirklich interessant, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich diese auch richtig erkannt habe oder nicht. Von daher hoffe ich mal, dass alles rund um die Diamantkrieger in den weiteren Bänden etwas klarer wird.

Aufbau und Schreibstil/ Umsetzung:
Ich muss zugeben, dass ich große Schwierigkeiten hatte in die Geschichte hinein zu kommen. Das mag daran liegen, dass ich diese Welt, in der es spielt nicht ganz einordnen kann oder auch an anderem. Auf jeden Fall kann ich es da gar nicht so klar sagen, was es für mich noch schwerer macht. Irgendwann ging es dann schon deutlich besser, da der Schreibstil auch sehr angenehm ist und trotzdem kam mir die Handlung oft einfach nicht spannend genug vor, es passierte etwas zu wenig, bzw. wenig was wirklich relevant zu sein schien oder einen Spannungsbogen aufbauen konnte.

Charaktere: 
Einen Charakter mit dem ich mich hätte wirklich identifizieren können, gibt es in dieser Geschichte bisher nicht. Von Damir und LaLoba weiß man noch etwas zu wenig und Sara, die Protagonistin dieser Geschichte ist für mich schon eine eher seltsame Person. Auch wenn sie im Gegensatz zu manch anderem Charakter ehrlich noch geht. Manche Handlung von ihr konnte ich nicht so wirklich nachvollziehen, aber noch schlimmer ist es für mich mit Jaga, ihrer Mutter, gewesen, die vollkommen verrückt wirkt und Goldwasser, dessen Handlungen und Reaktionen ich so häufig gar nicht verstanden habe.
Die Charaktere dürften für mich gern noch ein bisschen klarer herausstechen, das fehlt mir noch ein wenig, aber ich hoffe dabei immer noch auf die weiteren Bände.

    

Fazit

Ich gebe zu, dass ich ein bisschen mehr in die Richtung typischer Fantasy erwartet habe, dies ist gefühlt eine Mischung aus dystopisch angehauchtem Roman mit ein wenig Fantasy und vielleicht noch eingen Komponenten. Dabei merkt man ihm auch wieder sehr an, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, da mir irgendwie noch verdammt viele Informationen fehlen, um wirklich richtige Verbindungen zwischen vielen der Aspekte ziehen zu können. Ebenso hätte es für mich ruhig ein wenig mehr richtige Aktion geben können, die die Handlung auch richtig voran bringt, denn dieser Aspekt hat mir leider über weite Teile des Romans ein wenig gefehlt und kam dann erst wieder gegen Ende stärker heraus.

 

Mittwoch, 29. November 2017

ABC-Challenge der Protagonisten - Monatsaufgabe November

Hallo zusammen,

Favola hat uns in diesem Monat bei der Challenge die Aufgabe gestellt aus Buchtiteln den aktuellen Monat, also den November, zu bilden.

Hier also meine Version des Novembers!


Nocturna - Die Nacht der gestohlenen Schatten ~ Jenny-Mai Nuyen
Oksa Pollock - Die Unverhoffte ~ Anne Plichota / Cendrine Wolf
Vollendet ~ Neil Shusterman
Elfenkrieg ~ Sabrina Qunaj
Magnus Chase - Das Schwert des Sommers ~ Rick Riordan
Blutige Fesseln ~ Karin Slaughter
Elfenmagie ~ Sabrina Qunaj
Rebellen der Ewigkeit ~ Gerd Ruebenstrunk

Ich muss gestehen, das war im ersten Augenblick gar nicht so einfach, direkt mal die einzelnen Titel so zu finden, dass man damit gut den Monat November bilden konnte :D

Liebe Grüße,
Themis ^.^v

Dienstag, 28. November 2017

Rezension ~ Signora Pia und das Lächeln des Meeres

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Signora Pia und das Lächeln des Meeres
Autor: Roberta Gregorio
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)
Ersterscheinung: 14. Juli 2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404173783
ISBN-13: 978-3404173785
Genre: Belletristik



Über die Autorin

Roberta Gregorio ist durch und durch ein Kind des Südens. Bayern, wo sie ihre Kindheit und Schulzeit verbracht hat, und Kampanien, wo sie jetzt mit Mann und zwei Söhnen lebt, haben auf ihren Charakter abgefärbt. Sie liebt das Dolce far niente, mischt diese Einstellung aber oft mit deutscher Gewissenhaftigkeit. Ein Kontrast, der sich auch in ihrer Schreibe zeigt. Die Liebe zum geschriebenen Wort hat sie während ihrer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin entdeckt. Heute träumt sie von einem eigenen kleinen Hotel, in dem sie am liebsten nur Buchschaffende aus aller Welt beherbergen würde.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein Tag am Strand mit ihrem Mann - entspannte Gespräche mit ihrer besten Freundin - auf all das und mehr freut sich Pia, als ihre jüngste Tochter das Haus verlässt. Schließlich war sie lange genug nur für ihre Familie da, jetzt ist es an der Zeit, sich endlich ihren eigenen Bedürfnissen zu widmen! Doch ihr Mann Pasquale scheint andere Pläne zu haben und quartiert sogar seine energische Mutter bei ihnen ein. Da bleibt ihr nur noch die Flucht, findet Pia. Und schließlich wollte sie schon immer mal nach Rom...


Rezension/Meinung

Cover/Klappentext:
Man sieht das Cover und denkt sofort an südliche Gefilde, was mir in Kombination mit dem Titel sehr gut gefällt. Anhand des Covers habe ich auf anhieb einen eher lockeren Roman erwartet, so wie man gemein hin die Mentalität der Italiener und Spanier eher sieht, mit einer gemütlichen Siesta am Mittag.
Der Klappentext lässt mich dann jedoch davon ein wenig abweichen, da man an diesem dann doch schon erkennen kann, dass das Buch doch eventuell nicht nur locker ist, denn schließlich scheint Pia vor etwas in ihrem Leben zu flüchten. Aber trotzdem, Rom und Italien passen einfach wunderbar zu diesem Cover von daher finde ich es schon eine sehr harmonische Zusammenstellung.

Inhalt/Idee:
Die Idee hinter dem Buch ist irgendwie interessant, denn Pia flüchtet aus ihrem Leben, mit dem sie eigentlich ganz zufrieden war bisher, da sie durch gewisse Veränderungen in ihrem Umfeld dann doch merkt, dass nicht alles ganz so rosig ist, wie sie es bisher immer geglaubt hatte. Dabei macht sie einen sehr wagemutigen Schritt, indem sie einfach gänzlich von der Bildfläche verschwindet, ganz ohne große Ankündigung und sich in das Abenteuer Rom wagt, bei dem man sich dann als Leser lange Zeit fragt, ob sich Pia dort noch auf andere Abentuer einlassen wird, als sich allein in diese große, alte und sehr imposante Stadt begeben zu haben.

Aufbau und Schreibstil/ Umsetzung:
Ich finde es persönlich sehr interssant gemacht, dass die Geschichte zum einen zwischen den Zeiten sehr arg springt, denn immer wieder begleitet man Pia in Rom und erfährt dann aus ihrer oder auch ab und an einer anderen Sicht, was alles so passiert ist, bevor Pia nach Rom geflüchtet ist. Zum anderen hat man vor dem eigentlichen Kapitel immer so einen kleinen Abschnitt, der mit einem Boot gekennzeichnet ist, an dem man durchaus erkennen kann, was grob im nächsten Kapitel passieren wird. Meist handelt es sich bei diesen Abschnitten um kurze Dialoge zwischen Charakteren.
Die Idee mit diesen kurzen Abschnitten gefällt mir sehr gut, da sie das Buch ein wenig auflockert und auch spannende Aspekte mit hinein bringt. Was mich ein wenig stört, sind die vielen Sprünge in der Zeit, da man bei den Abschnitten aus der Vergangenheit auch diese nicht immer unbedingt ganz chronologisch besucht, was es mir manchmal ein wenig schwer gemacht hat, mich auch wirklich in der Geschichte sofort wieder zurecht zu finden.

Charaktere: 
Allein schon Pia ist ein interessanter und gut ausgearbeiteter Charakter, mit ihrer doch sehr fürsorglichen und auch eher ruhigen Art, die man kennenlernt, als sie noch zu Hause ist, dann aber auch ihre andere Seite, die man bei ihrer Flucht nach Rom und auch in der Stadt etwas mehr kennenlernt. Sie blüht regelrecht auf, ist an Dingen interessiert, neugierig und zwar teilweise immer noch besonnen, aber doch viel aufgeweckter. Ebenso merkt man auch einen starken Unterschied an Pia zwischen den Kapiteln die näher an ihrer Jugend sind und sie noch nicht verheiratet war.
Auch ihre Familie besteht aus einer sehr großen Trupper durchaus interessanter Menschen, vor allem, da man ihr eindeutig ein ziemliches Schwiegermonster attestieren muss, ebenso, wie ihr Schwager ein gruseliger Kerl ist. Ihren Mann Pasquale finde ich eher schwer einzuschätzen, irgendwie kommt dieser gar nicht so richtig zur Geltung. Da sind der Pastor ihres Heimatortes, der teilweise selbst zum Erzähler wird und auch durchaus amüsante auftritte und Gedankengänge hat, ebenso wie Marcello, den sie in Rom kennenlernt, interessantere Charaktere. Vor allem, da ich bei Marcello lange nicht einschätzen konnte, welches Motiv hinter seinen Handlungen stand.

Fazit


Alles in allem ist es auf jeden Fall ein sehr gelungener Roman, den ich gern gelesen habe, vor allem, da an vielen Stellen einfach dieses typische Flair der Mittelmeerregion aufkommt, man den Charakteren einfach anmerkt, dass sie Südländer sind. Aber auch, da ich Pias Motiv und das, was sie durch ihr Handeln lernt sehr gut finde.
Einzige Mankos, in meinen Augen, dass man manchmal etwas verwirrt ist, zu welcher Episode in Pias Leben ein Abschnitt gerade ist und zum anderen, dass das Ende und auch die Wendungen, die zu diesem führen, aus dem Nichts und sehr plötzlich kommen. Letztendlich ging es mir ab einem gewissen Punkt einfach ein wenig zu schnell.
Trotzdem ein Buch, das ich empfehlen kann!

Mittwoch, 22. November 2017

Rezension ~ Erellgorh - Geheime Mächte

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Erellgorh - Geheime Mächte
Autor: Matthias Teut
Taschenbuch: 442 Seiten
Verlag: DichtFest
Ersterscheinung: 15. Juni 2016
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3946937004
ISBN-13: 978-3946937005
Genre: Fantasy
Reihe: Erellgorh
Band: I


Über den Autor

Matthias Teut liest seit seiner Kindheit Fantasy und fühlt sich in diesem Genre zu Hause. Inzwischen lebt er in einem kleinen Dorf in Mecklenburg und genießt es, seine eigene Fantasie zum Leben zu erwecken. Wer mehr über ihn oder die Geschichte vor der Geschichte erfahren möchte, liest seinen Blog auf der Homepage www.erellgorh.com oder folgt seiner Fanpage www.facebook.com/erellgorh.


Inhaltsangabe/Klappentext

Willkommen in der Welt von Erellgorh

„Du musst zum Nebelsee reisen – mehr wage ich dir hier nicht zu schreiben. Nur so viel: Bitte zögere nicht! Alles hängt davon ab, dass du bald gehst! Das Gefüge der Welt gerät aus dem Gleichgewicht.“

Seit dem großen Krieg leben die Völker von Jukahbajahn – Menschen, Zwerge und das Sumpfvolk der Urda – in Frieden. Die Elben und ihre mächtige Stadt Erellgorh sind nur noch ein Mythos, verborgen im magischen Dunst des Nebelsees.
Da wird der junge Heiler Atharu von seiner sterbenden Urmutter auf eine Reise geschickt. Ein sonderbarer Brief zwingt die Küchenmagd Selana zum Aufbruch. Und der Straßendieb Pitu muss wieder einmal vor seinen Verfolgern fliehen. Sie alle machen sich auf ins Ungewisse. Ihre Welt steht Kopf. Doch noch ahnen sie nicht, welche Bedrohung am Horizont lauert – und welche Rolle die Elben von Erellgorh ihnen zugedacht haben.

„Episch, spannend, magisch – und drei Hauptfiguren, die man einfach lieben muss.“


Rezension/Meinung

Cover/Klappentext:
Das Cover finde ich einfach nur richtig schön, muss ich sagen. Wenn man bedenkt, dass die Stadt, die der Reihe ihren Namen gibt, Erellgorh, im Nebelsee liegt, passt dieses Cover phantastisch, da man den Eindruck hat, dass man Erellgorh sehen könnte, wie es im Nebel des Nebelsees liegt. Eine Assoziation, die mir sehr gefällt.
Auch der Klappentext passt sehr gut, er macht neugierig, ohne zu viel zu verraten, gibt einem aber durchaus ein paar Informationen, um was für eine Geschichte es sich in diesem Buch handeln wird.

Inhalt/Idee:
Die Idee hinter Erellgorh gefällt mir sehr gut. Vor allem, da man in diesem ersten Band der Reihe schon merkt, dass der Autor sich sehr viel Mühe gegeben hat diese Welt zu entwickeln, da sie sehr detailreich ist, man sie sich einfach sehr gut vorstellen kann. Auch, wie es in dieser Welt möglich ist Magie zu wirken und welche Völker es so gibt, finde ich einfach nur klasse. Mal anders ist auch, dass es sich bei den Gellwicks, den 'Bösen', nicht um eine Rasse, wie Orks oder ähnliches handelt, sondern um normale Menschen, Vogelfreie, die bestimmte Aspekte erfüllen und sich langsam zu Truppen zusammen rotten. Mal eindeutig etwas, was vom Gros der Fantasy-Romane abweicht.
Da es sich wieder einmal um den ersten Band handelt, weiß man leider noch nicht so viel über alles, wie ich gern schon wissen würde, aber der Anfang ist gemacht.
 

Aufbau und Schreibstil/ Umsetzung:
Es ist einfach nur toll, dass man den drei Protagonisten in einzelnen Abschnitten folgt, langsam sieht, wie sie ihrem Ziel immer näher kommen und man dadurch, dass sie alle aus ganz anderen Ecken kommen, schon so viel von der Welt, den Völkern und Kulturen mitnehmen kann. Dabei mag ich es auch sehr, dass die drei immer in der gleichen Reihenfolge jeweils ein Kapitel haben und Matthias Teut schreckt auch nicht davor zurück einem am Ende eines Kapitels mit einem fiesen Cliffhanger stehen zu lassen, so dass man extrem schnell weiter liest, da man wieder zurück an diesen Ort kommen will, um zu erfahren, wie es weiter geht.
Zudem hat Matthias Teut einfach einen extrem angenehmen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt und einen in diese Welt entführt.
Und als kleinen Zusatz beginnt auch jedes der Kapitel von Pitu, Atharu oder Selana mit der gleichen Graphik, was einen wundervollen Wiedererkennungswert schafft.

Charaktere:
Die Charaktere sind einfach nur toll. Vor allem die einzelnen Protagonisten Pitu, der sich selbst als Dieb auf der Straße durchschlagen muss. Selana, die als Magd auf einer großen Burg gelebt hat und Atharu, der von Ondara zum Weisen seines Volkes, der Tangora ausgebildet wurde. Allein durch ihre Vergangenheit steht man mit diesen drei Charakteren vor sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten, die der Autor sehr gut rausgearbeitet hat und die auch immer wieder druch kommen.
Sehr gefallen mir auch viele der Nebencharaktere, wie Fludo, dem Pitu begegnet und der einfach eine herrliche kleine Angewohnheit beim Sprechen hat, beendet er doch jeden Satz mit einem 'nicht?!', was einfach nur herrlich ist. Oder der mürrische Zwerg Semje, den man trotz dieser Stimmung einfach ins Herz schließen muss. Auch Lieberus, der auf mich immer ein wenig zerstreut wirkt , Pelldor oder Brandon, Jäger der Tangora und bester Freund Atharus mit seinem Frettchen Jiga, sind einfach Charaktere, die richtig gelungen sind und es macht Spaß ihrer Geschichte zu folgen.

 

Fazit

Ein ganz toller Auftakt zu einer Fantasy-Reihe, bei der ich mich jetzt extrem auf die weiteren Bände freue und die ich mit Spannung verfolgen werde, denn eins muss man diesem ersten Band lassen: Zum einen lässt er einem an einem ganz fiesen Punkt der Geschichte stehen, bei dem man einfach unbedingt den nächsten Band lesen muss und zum anderen gibt es noch so viel zu entdecken, auf das ich neugierig bin, dass ich ebenso dem nächsten Band entgegen fieber.
Für Fans von High Fantasy Büchern nur zu empfehlen.

Sonntag, 5. November 2017

Rezension ~ Wie Blüten im Wind

Allgemeine Informationen zum Roman


Titel: Wie Blüten im Wind
Autor: Kristin Hannah
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Ersterschienung: 14. Januar 2013
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548284779
ISBN-13: 978-3548284774
Originaltitel: Night Road
Genre: Belletristik


Über die Autorin

Kristin Hannah, 1960 in Südkalifornien geboren, studierte zunächst Jura, doch ihre Mutter prophezeite ihr bereits zu diesem Zeitpunkt, dass sie Schriftstellerin werden würde. Nach ihrem Studium arbeitete sie zunächst als Anwältin, doch als sie Mutter wurde, begann sie mit dem Schreiben. Sie ist in den letzten Jahren in den Staaten zu einer der Top-Bestseller-Autorinnen avanciert und hat mehr als 20 Bücher veröffentlicht, einige darunter wurden sogar verfilmt. Heute lebt sie mit ihrem Mann und Sohn auf einer kleinen Insel im Pazifik.


Inhaltsangabe/Klappentext

Trotz ihrer Unterschiede sind Mia und Lexi unzertrennlich. Ihre Freundschaft kann auch nicht dadurch erschüttert werden, dass sich Lexi in Mias Zwillingsbruder Zach verliebt. Bis Mia bei einem tragischen Autounfall ums Leben kommt. Denn Lexi, die ebenfalls im Wagen saß, verliert nicht nur ihre beste Freundin, ihre ganze Zukunft ist zerstört. Nur einer hält all die Jahre zu ihr – doch hat die Liebe zu Zach eine Chance?


Rezension/Meinung

Cover/Klappentext:
Einer eher melancholisches Cover mit dem Mädchen und den schwebenden Blütenblättern, aber auch eins, das für mich sehr gut zu dieser Geschichte passt, geht es doch vor allen Dingen um Lexi und Mia in ihren jungen Jahren, ihre Freundschaft, die sich entwickelt, obwohl sie sehr unterschiedlich sind und dann die Entwicklungen, die alles nimmt, nachdem der Autounfall passiert ist.
Anhand des Klappentextes hätte ich wohl eine etwas anders gelagerte Erzählung erwartet, die deutlich mehr oder auch eigentlich nur, bis aus kleinere Rückblicke in der Zeit nach dem Unfall spielt, aber damit sollte man besser nicht rechnen, dann man lernt Lexis und Mias Freundschaft, ebenso wie ihre Beziehungen zu Zach von Beginn an kennen und erlebt auch diese gesamte Geschichte vollkommen chronologisch.

Inhalt/Idee:
Die Idee hinter der Geschichte finde ich ehrlich gut, denn es ist von Kristin Hannah einfach toll beschrieben, wie sich ein solcher Vorfall, wie dieser Autounfall auf eine Familie, einzelne Personen und vor allen Dingen auch die Beziehungen untereinander und wie sich dann die Zukunft entwickelt. Ganz besonders gut daran finde ich auch einfach, dass man wirklich den Unterschied von vorher und nachher so klar vor Augen geführt bekommt. Daher ist es auch einfach nur toll gemacht, dass man wirklich schon so viel über die Charaktere vor dem Unfall erfährt.

Aufbau und Schreibstil/ Umsetzung:
Mir gefällt es sehr, dass das Buch wirklich chronologisch aufgebaut ist und keine Sprünge in den Zeiten hat, man die Entwicklung von Lexi, Mia, Zach und ihren Familien von Beginn an verfolgen kann und sieht, wie sie sich über die Zeit verändern, vor allem auch einfach das Vorher und das Nachher.
Was ich nicht erwartet hätte, dass Mias und Zachs Mutter eine so große Rolle spielen würde, wie sie es in diesem Buch als zweite Protagonistin neben Lexi eigentlich macht. Aber es bringt einen ganz besonders spannenden und auch emotionalen Aspekt in alles, den es ansonsten sicher nicht gegeben hätte, auch wenn ich diesen anhand des Klappentextes nie vermutet hätte.
Vor allen Dingen ist es einfach ein sehr emotionales Buch, wie häufig bei Kristin Hannah.

Charaktere: 
Die Charaktere sind einfach toll beschrieben, ganz besonders in ihren Emotionen. Auch das Verhalten einzelner Personen ist für mich immer wieder schlüssig mit ihrer Vergangenheit, die man von ihnen kennt, ebenso, wie man sie ansonsten kennenlernen konnte. Am besten lernt man eindeutig Lexi und Jude, Mias und Zachs Mutter, kennen. Ihre Emotionen, wie sie sich entwickeln, welche Persönlichkeit sie haben und auch, wie sich diese durch Schicksalsschläge und auch das älter werden, verändert. Für mich wirklich sehr gelungene Charaktere, die in keinem Punkt nur schwarz oder weiß sind. Ebenso, wie alle anderen Personen in diesem Buch

Fazit

Dieses Familiendrama ist einfach richtig toll ausgearbeitet. Mit genialen Charakteren, die man nicht hätte besser beschreiben und in ihrer Entwicklung und ihrem Verhalten darstellen können. Ebenso weckt es in einem beim Lesen einfach so viele Emotionen. Man hat Spaß mit den Charakteren, leidet mit den Charakteren, ist wütend auf sie und weint eventuell auch ein wenig, weil die Dinge so traurig oder auch schön ist. Ein wirklich tolles Buch!

 

Samstag, 17. Juni 2017

Rezension ~ Mordkapelle

Allgemeine Informationen zum Roman

Titel: Mordkapelle
Autor: Carla Berling
Genre: Krimi
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Ersterscheinung: 10. April 2017
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453419960
ISBN-13: 978-3453419964
Reihe: Ira Wittekind
Band: III


Über die Autorin

Carla Berling wuch auf einem westfälischen Bauernhof auf. In der Babypause ihres ersten Kindes bagann sie mit ersten Schreibversuchen und fand dann den Quereinstieg als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung. Auch als Modaratorin fürs Fernsehen war sie schon tätig. Inzwischen hat Carla Berling sieben Bücher veröffentlicht darunter Romane, Satiren und Kurzprosa. Sie lebt und arbeitet mit ihrer Famileie im Rheinland.


Inhaltsangabe/Klappentext

Ein malerischer Sommerabend auf dem Land. Als die Lokalreporterin Ira Wittekind zur brennenden Friedhofskapelle in Rehme gerufen wird, findet sie ein schauriges Szenario vor: In der Ruine steht ein Rollstuhl vor dem Altar, der Mann darin ist tot. Es handelt sich um den angesehenen Apotheker Ludwig Hahnwald, allen bekannt als der schöne Ludwig. Ira Wittekind beginnt zu recherchieren. Dabei stößt sie auf ein dichtes Geflecht aus Lügen, Intrigen und verratener Liebe. Und auf ein grauenhaftes Unrecht, das vor vielen Jahren begangen und nie gerächt wurde.


Rezension/Meinung

Cover und Klappentext:
Eine einsame Kapelle auf weiter Flur. Irgendwie passt dieses Bild zum Titel einfach sehr gut und auch, wenn es vielleicht nicht direkt den Gegebenheiten im Buch entspricht, mir gefällt dieses Cover ausgesprochen gut. Was ich auch richtig genial finde, man aber am Bild gar nicht direkt merkt, dieses etwas Düstere, das Cover etwas verschwommen erscheinen lassende, was man an ihm irgendwie erkennen kann, ist auch haptisch zu erspüren, wenn man das Buch in den Händen hält. Es hat allgemein eine sehr raue Oberfläche dadurch, die ich persönlich sehr angenehm empfinde. Zumal dies auch einfach mal ein bisschen etwas anderes ist.
Auch der Klappentext macht einfach nur neugierig, verrät vielleicht schon ein bisschen zu viel des Guten, was aber nicht zwingend schlimm ist, da keine Details genannt sind. Neugierig war ich aber sofort, was jemand getan haben muss, damit ihm ein solcher Tod beschert wird.

Inhalt/Idee:
Für mich nichts vollkommen neues, aber doch nicht so häufig vorkommendes bei einem Kriminalroman, dass die Protagonistin weder bei der Polizei noch Detektiv, sondern Reporter ist. Von daher aber eine Abwechslung, die ich sehr schön finde. Auch, dass Ira eher ungewollt etwas zu dicht an den Täter heran gerät und damit auch ins Fadenkreuz desjenigen kommt, finde ich sehr stimmig. Es ist eindeutig eher ein sehr ruhiger Krimi, der von vielen Recherchen geprägt ist, was mir auch sehr zusagt. Vor allen Dingen auch wie Ira an die Informationen kommt, finde ich immer wieder spannend gemacht. Obwohl es mich teilweise wundert, dass die Reporter wirklich so nah von den Angehörigen an sich heran gelassen werden. Die Aufklärung des Falls hätte ich so zunächst nicht erwartet. Vielen Aspekten kommt man mit jeder Erkenntnis Iras immer näher, aber gerade der letztendliche Schluss ist dann doch noch spannender geworden, als ich ihn erwartet hätte. Vor allen Dingen aber was wirklich hinter Ludwig Hahnwald und seiner Vergangenheit steckt, einfach spannend, interessant und erschreckend.

Aufbau und Schreibstil/Umsetzung:
Es ist nicht der erste Band rund um Ira Wittekind und das merkt man auch ein wenig. Die Charaktere und manche Örtlichkeiten werden deutlich so beschrieben, dass man sie eigentlich schon kennen sollte und sie nur dem Neuling noch bekannt gemacht werden. Gut in dem Sinn, dass man schnell in die Geschichte hinein kommt. Ansonsten merkt man einfach, dass es ein irgendwie doch deutlich anderer Stil ist, ob ein Mordfall durch einen Polizisten oder einen Reporter bearbeitet wird. Dabei ist in meinen Augen extrem gut dargestellt an welche Informationen Ira überhaupt kommen kann und mit welchen Mitteln. Gerade die Darstellung dieser Einschränkungen und auf welche Ideen sie kommt, finde ich sehr gelungen. Ein wenig überzogen vielleicht, wie extrem sie an dem Fall dran ist und wie sehr ihr Freund Andy auch manchmal darunter leiden muss. Einfach spannend und interessant geschrieben.

Charaktere:
Ich mag Ira, auch wenn ich ihren Arbeitseifer an mancher Stelle ehrlich nicht nachvollziehen konnte, sie mir manchmal vielleicht auch ein bisschen zu hohe Risiken eingegangen ist. Ihre beste Freundin, die Taxifahrerin, finde ich einfach nur den Knaller, denn sie bringt eindeutig ein wenig frischen Wind in alles, ebenso wie die beiden Tanten von Andy, die mit auf dem Hof Eskendor leben, einfach zwei Unikate sind, die ein solches Buch einfach super gebrauchen kann. Die zwei sind irgendwie knuffig, vor allen Dingen, wie sie immer wieder erstmal ein Schnäpschen trinken wollen. Einfach alle rund um Eskendor sind im Grunde sehr sympathische Charaktere, selbst die, die wirklich eine kleine Rolle spielen.
Die Familie rund um Ludwig Hahnwald finde ich einfach nur extrem interessant und auch die Facetten hinter den einzelnen Charakteren sind sehr gelungen. Man beginnt auch sehr schnell Sympathien und Unsympathien zu entwickeln, die einen immer mehr zu einem oder dem anderen tendieren lassen, wer wohl hinter dem Mord stecken könnte. Allgemein sehr gelungene Charaktere.


Fazit


Ein Krimi, der mal ein wenig anders ist, was die Ermittlerin angeht, da sie den Fall ja eigentlich gar nicht unbedingt lösen müsste, sondern es aus eigenem Ansporn tut und das vielleicht auch ein bisschen zu intensiv. Vor allem das Gespinst aus Lügen und Beziehungsgeflechten im Haus Hahnwald finde ich einfach nur klasse beschrieben und bringt gut Spannung in diesen Krimi. Und mit den Bewohnern auf Eskendor und Iras Privatleben wird es zudem noch ein wenig aufgelockert. Für mich einfach eine sehr angenehme Mischung, die viel Spaß beim Lesen macht.